Realschule+ Rockenhausen

mit Ganztagsschule

Ruandesische „Maultaschen“ und eine neue Lagerhalle

Schülerladen der RSROK spendet 500 Euro an Freundeskreis Ruanda

 „Ich hab schon soo Hunger!“ - „Wann gibt’s denn was zu essen?“ Diese beiden Sätze fallen an diesem Tag an der Realschule plus Rockenhausen überdurchschnittlich häufig. Kein Wunder, durchzieht das Haus doch seit dem Morgen der Duft nach Fettgebackenem. Allerdings übt heute kein Hauswirtschaftkurs die Zubereitung von Berlinern oder Pommes. Nein, heute stehen Sambura und Amandazi auf dem Speiseplan.

Dabei handelt es sich um ruandesische Spezialitäten: Teigtaschen, gefüllt mit Hackfleisch, Paprika und Gewürzen, sowie in Fett gebackenen Teigballen, eine Art ungefüllter Berliner. Denn heute sind einmal wieder Studenten der Association des Etudiants Rwandais de Kaiserslautern (AERK) an der Schule zu Gast.

Im Rahmen der Interkulturellen Woche des Donnersbergkreises führt die Realschule plus Rockenhausen ihren Ruandatag für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 durch. Und so kommt es, dass an diesem Morgen Tristan, Sophie und Verena aus der 5b gespannt beobachten, wie Beate von AERK kunstvoll den zarten Blätterteig faltet, um eine stabile Tasche für die anschließende Befüllung mit Hackfleisch herzustellen. „Das wird so eine Art Maultasche“, stellt Sophie fest. Tristan hat seine erste Tasche bereits fertig gefaltet und ist ziemlich zufrieden mit seinem Werk. Aber das ist ja auch kein Wunder, meint er: „Ich esse ja auch gerne!“

Während in der Küche eifrig am späteren Imbiss gewerkelt wird, dröhnen aus dem Musiksaal Trommelrhythmen. Vorne zeigen drei ruandesische Studenten, wie's geht. Im Rund sitzen zwölf Fünftklässler und bemühen sich das Gesehene an ihren Djemben umzusetzen. Doch so manches Mal wollen Ohr und Hand einfach nicht zusammenarbeiten. Da hilft nur geduldiges Üben und Wiederholen. Das geht in die Finger, die solch ungewohnte Belastung gar nicht gewöhnt sind. Es kribbelt. Doch endlich ein Erfolgserlebnis: „Ich hab's raus!“ ruft Felix begeistert, als der Vierer-Rhythmus schließlich mit der richtigen Betonung gelingt.

Im Saal ein Stockwerk höher zeigt Venuste vom AERK Fotos seiner Heimat. Erstaunen macht sich in der Runde breit. Angesichts von Fotos der pulsierenden Hauptstadt Kigali und üppig grünender Teeplantagen wundert sich Sophie: „Ich habe früher immer gedacht, Ruanda ist ein armes Land!“ Auch die folgenden Bilder von Schulen aus festem Stein und Kindern am Laptop in der Schulbank sorgen dafür, dass die Vorstellung von Ruanda als bettelarmem Wüstenstaat in den Köpfen der Fünftklässler einer realistischeren Vorstellung der Lebenswirklichkeit der Menschen in diesem afrikanischen Staat weicht.

Ein übriges dazu tut schließlich der Bericht von Manfred Schäfer, seines Zeichens zweiter Vorsitzender des Freundeskreises Ruanda im Donnersbergkreis, der anschaulich von seinem letzten Besuch in Ruanda berichtet. Er begleitet Landrat Werner, der aus den Händen von Jannik Beck als Vertreter des Schülerladens der Schule eine Spende in Höhe von 500,- € für den Freundeskreis Ruanda entgegen nimmt. „Wir haben für die Flüchtlinge hier vor Ort gespendet, den zweiten Teil unseres Ertrages wollten wir dem Partnerschaftspojekt zu Gute kommen lassen“, berichtet Jannik von den Überlegungen des Schülerladen-Teams. Hoch erfreut zeigt sich der Landrat von der Spendenbereitschaft der Jugendlichen und berichtet vom Bau einer Halle in Ruanda. „Diese Halle ermöglicht es den Bauern vor Ort, ihre Feldfrüchte zu lagern und somit zeitversetzt auf den Markt zu bringen. Das bedeutet bessere Erträge. Und dazu wird eure Spende beitragen!“

Der Vormittag endet mit dem begeistert beklatschten Auftritt von Beate und ihrem Küchenteam, die Sambusa und Amandazi servieren. Endlich darf getestet werden, was die Köche im Laufe des Ruanda-Tages gezaubert haben. Schmeckt's? „Hmmm, lecker!“, ist das einstimmige Urteil. Da bleibt kein Krümel übrig. Und so mancher Schüler nimmt nach den Begegnungen heute eine deutlich realistischere Vorstellung vom rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda mit nach Hause.

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