Realschule+ Rockenhausen

mit Ganztagsschule

Im Streben gefördert, im Wohlverhalten ausgezeichnet

Leonie Kopp Preisträger2015 134. Leonie-Kopp-Preisverleihung der Realschule plus Rockenhausen

Durch die Donnersberghalle dröhnen ungewöhnliche Klänge: Rhythmisch schlagen die 14 Achtklässler die vor ihnen platzierten Djemben. In einem typisch afrikanischen Wechselgesang übernimmt ihre Klassenlehrerin Hilde Schneider den Part des Vorsängers, die Schüler, unterstützt von Musik-Kollegin Renate Bechter, antworten konzentriert und klangvoll. Mit diesen mitreißenden afrikanischen Klängen ist die 34. Leonie-Kopp-Preisverleihung der Realschule plus Rockenhausen eröffnet.

Insgesamt 17 Preisträger gilt es bei dieser im Donnersbergkreis einmaligen Veranstaltung zu ehren. Die Intention der Rockenhausener Apothekerswitwe Leonie Kopp, die sie mit ihrer testamentarisch verfügten Stiftung verwirklichen wollte, war es „die Realschüler in ihrem Streben zu fördern und mit einem Lohn für ihr Wohlverhalten auszuzeichnen“. Und so trifft man sich einmal im Jahr, um eben diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

Dass sich die Zeiten seit der Verfassung des Kopp'schen Testamentes verändert haben, merkt man in diesem Jahr deutlich. Statt Chorgesang begleiten afrikanische Trommelrhythmen die Veranstaltung – eine wohltuend andere Klangfarbe als bei derartigen Veranstaltungen sonst üblich, die begeistert und den jungen Instrumentalisten langen, wohlverdienten Beifall beschert. Statt von den Zinsen des damals angelegten Erbes die Sachpreise zur Ehrung der Preisträger anzuschaffen, müssen in Zeiten historisch niedriger Zinssätze Spender das Budget aufstocken, um eben diese Ehrung erst zu ermöglichen. Dankenswerterweise sind in diesem Jahr erneut die Sparkasse Donnersberg sowie Ulrich Geib, seines Zeichens Inhaber der Schloss-Apotheke und ehemals Kopp'schen Apotheke, in die Bresche gesprungen.

Hochaktuell wird die Veranstaltung in dem Moment, in dem Madija Tajik die Bühne betritt. Die Schülerin stammt aus Afghanistan und kam im Sommer 2014 mit ihren drei Schwestern an die Realschule plus. Innerhalb eines Jahres hat sie mit hohem Eifer und Engagement in der speziell für Kinder ohne Deutschkenntnisse eingerichteten Lerngruppe „Deutsch als Fremdsprache“ die Sprache erlernt. Dies gelang ihr so gut, dass sie seit diesem Jahr den Unterricht in allen Fächern regulär besuchen kann, dort benotet wird und auf ihren erfolgreichen Schulabschluss hinarbeitet. Für diese herausragende Leistung wird sie als bisher erste Schülerin im Fach „Deutsch als Fremdsprache“ geehrt – Leonie Kopp hätte sich dies wohl kaum träumen lassen, aber sicherlich auch nichts gegen die Entscheidung des Kollegiums einzuwenden gehabt, auch oder vielleicht gerade erst recht eine solche besondere Leistung zu ehren.

Davon überzeugt ist auch Verbandsbürgermeister Michael Cullmann, der die „Spitzenreiterin“ der diesjährigen Veranstaltung ehren darf. Bei der Verlesung der Fächer, in denen Marie Fell aus der Klasse 10d eine Eins vorzuweisen hat, kehrt ehrfürchtige Stille ein: Englisch, Deutsch, Mathematik, Chemie, Geschichte, Religion, Physik und Wirtschaft und Verwaltung! Ein tosender Beifall für diese außergewöhnliche Leistung ist ihr sicher. Damit sie unter der Last von acht Buchpreisen nicht zusammenbreche, beschränkt sich das Kollegium auf insgesamt drei Sachpreise, Bürgermeister Cullmann ergänzt den Preisregen mit einem Gutschein.

So manchem Schüler im Saal spricht Pfarrerin Margit Nickel von der evangelischen Kirche mit ihrem Grußwort aus der Seele. „Nicht immer fällt das Lernen leicht!“, meint sie, „ganz im Gegenteil, manchmal fühlt es sich einfach nur ätzend und blöd an.“ Sie berichtet aus ihrer eigenen Lebensgeschichte: ein Durchhänger, der fast zum Schulwechsel geführt hätte, und der verbotene Besuch des katholischen Schulanfangsgottesdienstes (hätte sie doch bei den „Evangelen“ anzutreten gehabt), bei dem die Predigt des Pfarrers für einen Neustart sorgte. „Der liebe Gott hat euch Augen gegeben, Hände, Ohren, einen Mund und sogar ein Gehirn. Man kann sehr viel, wenn man nur will. Ich wünsche euch, dass ihr am Ende sagen könnt: Ich habe aus dem, was mir gegeben wurde, etwas gemacht!“ Dies gilt ganz sicher bereits jetzt für die diesjährigen Leonie-Kopp-Preisträger – und vielleicht ist es ein Vorsatz, den der eine oder die andere im Verlaufe des Jahres noch mit Leben füllen wird.

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