Realschule+ Rockenhausen

mit Ganztagsschule

Schüler suchen Zeitzeugen – und finden Geschichten des (Über)Lebens

Holocaust als Projekt im Geschichtsunterricht an der Realschule plus Rockenhausen

 

Im Rahmen des Jahresprojektes Geschichte hatten sich Amir Mohammadi, Jonas Benz, Matthew Banyai und Sami Uhl für das Thema „Holocaust“ entschieden. Nach kurzem Überlegen war klar, dass nicht einfach nur ein Referat erstellt werden soll: Die Schüler wollten stattdessen Zeitzeugen aus der Region suchen und einladen, persönlich und direkt erfahren, was damals passiert ist. Allerdings gestaltete sich die Suche trotz Unterstützung der Jüdischen Gemeinde Kaiserslautern/Speyer schwieriger als gedacht. Schließlich konnte man zwar keinen Zeitzeugen finden, aber mit Bernhard Gerlach, Lehrer und Historiker aus Kaiserslautern, einen Experten und Buchautoren als Referenten gewinnen.

Nachdem einige organisatorische Vorarbeit geleistet war, kam der Tag der Fragerunde in der Schule. Die Schüler der zehnten Klassenstufe mit ihrem Geschichtslehrer, David Vogel, freuten sich, mit Bernhard Gerlach einen Fachmann in ihrer Mitte zu haben, der sich in den letzten Jahren viel mit dem Holocaust und Judentum beschäftigt hat.

Alle Jugendliche hatten die Gelegenheit Fragen zu stellen, wie z.B. "Warum wurden die Juden so verhasst und ermordet?" „Aus diesen Fragen ergab sich dann ein sehr intensives Gespräch, bei dem das, was wir schon aus dem Unterricht wussten, sehr gut mit dem Wissen von Herrn Gerlach ergänzt wurde. Er konnte auch immer gut erklären, wie es sich damals in der Pfalz verhalten hat“, berichtet Amir. Und Jonas ergänzt: „Außerdem wurde von Herrn Gerlach ein Film zur Verfügung gestellt, in dem die Holocaust-Überlebende Erna de Vries über ihre Erlebnisse erzählt. Dieser Film ist etwas ganz Besonderes, denn Erna de Vries stammt ursprünglich aus Kaiserslautern und konnte trotz Deportation am Ende dem Tod im KZ entgehen und hat den Krieg überlebt. Der Film zeigt ihr Leben, Bilder der Schauplätze in Kaiserslautern und auch, wie sie überlebt hat. Und als wir den Film zusammen angeschaut haben, war es total still. 45 Minuten lang. Es war sehr beeindruckend.“

Der ursprüngliche Plan, einen Zeitzeugen einzuladen, konnten die Schüler zwar nicht umsetzen, aber mit Bernhard Gerlach konnte ein Referent gewonnen werden, dem es gelang, die regionale Geschichte der Nordpfalz und die Ereignisse rund um die Verfolgung der Juden in der Pfalz in den großen Zusammenhang der Geschehnisse im Dritten Reich einzuordnen.

David Vogel, der verantwortliche Geschichtslehrer, berichtet: „Der Film ist tatsächlich ein kleines Juwel, denn die Lebensgeschichte von Erna de Vries eröffnete die Chance, Schulbuchwissen mit dem Leben einer Person aus der eigenen Region zu verknüpfen. Der Schrecken des Holocaust wurde so real und konkret fassbar. Aus Zahlen wurde ein Gesicht. Echte Betroffenheit war spürbar.“

So ist letztlich das Ziel des Schülerprojektes doch erreicht worden: Eine (Über)lebensgeschichte zu finden, und daran den Schrecken und die Verbrechen des Holocaust exemplarisch aufzuzeigen. Bernhard Gerlach und Erna de Vries haben den manchmal eher staubig grauen Seiten des Geschichtsbuches ein ganz persönliches Gesicht gegeben.

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