Liebe Abschlussschülerinnen und Abschlussschüler der 9a und 10a, ,Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, liebe Eltern und Großeltern, liebe Kolleginnen und Kollegen

 

bevor wir gemeinsam abbiegen auf die große Abschlussfeier-Autobahn, möchte ich ein Triumvirat, also 3 Personen ganz besonders herzlich begrüßen:

Zum einen Herrn Aydin, der heute Landrat Herrn Guth vertritt. Herr Guth – der sich in den letzten Jahren durchaus durch manchen Stau in der Diskussion gekämpft hat – hat sich stets bemüht, unsere Schule im Blick zu behalten. Wir hoffen, seine Ampel bleibt immer grün, wenn es um die Zukunft unserer Schule geht.
Ein vielfältiges und breit aufgestelltes Schulsystem ist gerade auch für die Nordpfalz von großer Bedeutung. Eine Auswahl von Schulen macht es jungen Leuten einfacher in die wunderschöne Nordpfalz zu ziehen…Ich begrüße die 2. Person des politischen Triumvirates, Frau Dengle – in Vertretung von Herrn Cullmann – ebenso herzlich und wünsche mir eine weitere Optimierung unserer guten Zusammenarbeit zum Wohle des Nordpfälzer Berglandes.

Denn unser guter Ruf wächst, und damit auch unsere Verantwortung. Und ganz ehrlich: Wer wachsen will, braucht Raum. Und wer Bildung gestalten will, braucht mehr als warme Worte – er braucht tragfähige Strukturen. Am besten nicht aus Spanplatte, sondern aus echtem politischem Rückgrat.

Auch ein herzliches Willkommen an Herrn Vettermann, unseren Stadtbürgermeister. „Unseren“ im besten Sinne – denn auf Sie konnten und können wir uns immer verlassen: Ob bei Fragen zur Verkehrsführung, zur Schulhofgestaltung oder einfach bei der moralischen Unterstützung, wenn es mal wieder hieß: „Wie sollen wir das jetzt bitte umsetzen?“ – Vielen Dank!

Drei politische Konstanten – Sie ehren uns mit Ihrer Anwesenheit. danke, dass Sie da sind.
Und ein Wunsch an die Politik: Bitte denken Sie daran, dass Bildung kein Lippenbekenntnis ist. Es reicht nicht, sie sonntags zu loben, wenn montags das Dach der Turnhalle tropft.
Bildung braucht nicht nur WLAN, sie braucht Wände. Nicht nur Digitalisierung, sondern auch ein Dach, das nicht durchsickert.
Und nicht zuletzt: Menschen, die den Lehrerberuf wieder als das erkennen, was er ist – sinnstiftend, anstrengend, wertvoll.

Und jetzt zur eigentlichen „Abfahrt“:

Heute stehen wir nicht an einer Bushaltestelle, sondern an einer dieser seltenen Kreuzungen im Leben, an denen man selbst entscheidet, wo’s langgeht.
Ihr verlasst den „verkehrsberuhigten Bereich Schule“ – und fahrt jetzt raus auf die bunte, laute, chaotisch-schöne Autobahn des Lebens.

Kein Lehrer mehr, der euch dauernd hupt. Kein Klassenbuch, das euch verfolgt.
Dafür Google Maps, ChatGPT und ein heißer Tipp: Papa oder Mama – die oft mehr wissen, als man denkt.

Wenn ich auf eure Schulzeit zurückblicke, sehe ich viele Verkehrsschilder:

Natürlich gab’s auch grüne Wellen:

Doch eins ist mir besonders wichtig – noch ein kleiner Routenplaner für Eure Zukunft, aber auch für uns alle.

Künstliche Intelligenz kann viel – das steht außer Frage. Sie ist oft ein guter Begleiter auf der Autobahn des Lebens. Aber sie fühlt nicht. Sie liebt nicht. Sie träumt nicht.

Das, was uns Menschen ausmacht – unser Mut, unsere Zweifel, unsere Fähigkeit zu vergeben, zu scheitern und wieder aufzustehen – das kann kein Algorithmus ersetzen.

Gerade ihr, liebe Absolventinnen und Absolventen, wachst mit KI auf. Ihr lebt in einer Welt, in der man mit einem Klick Antworten bekommt – aber selten die richtigen Fragen gestellt werden.
Sie soll uns begleiten – nicht bestimmen, wer wir sind, wie wir leben oder was wir fühlen sollen.

Eure Zukunft, euer Weg darf nicht programmiert sein.
Sie muss gestaltet werden – nehmt die Abzweigung mit Herz, nehmt die Ausfahrt mit Haltung, nehmt die Landstraße mit echter Menschlichkeit.

Und vergesst nie:
Die gefährlichste „künstliche Intelligenz“ ist die, die uns davon abhält, selbst zu denken.

 

Liebe Schülerinnen und Schüler,

wir – eure Lehrerinnen, Lehrer, Eltern und Begleiter – waren für euch da.
Mal als Navi. Mal als Beifahrer mit Notbremse.
Jetzt sagen wir: Startet durch. Der Motor läuft. Der Tank ist voll. Das Ziel? Bestimmt ihr.

Und falls ihr euch mal verirrt:
Einfach rechts ranfahren, tief durchatmen – oder bei den Eltern anrufen. Die wissen meistens, wo’s langgeht.

Und wie’s mit der geografischen Allgemeinbildung so steht…
Tja, auch wir Lehrkräfte lernen dazu:
Bei der Klassenfahrt nach München stand ein Schüler vor der Frauenkirche und fragte:
„Ist das der Kölner Dom?“
Nun ja. Immerhin ein Gotteshaus.
Und wir freuen uns – ehrlich – über jedes aufrichtige Interesse an Architektur und Religion.

In diesem Sinne:
Gute Fahrt. Gute Zukunft. Und bleibt menschlich.

Vielen Dank.