Teams vorläufig „gerettet“!

Schulen in Rheinland-Pfalz dürfen Microsoft Teams vorerst weiter benutzen

In Rheinland-Pfalz darf die Videokonferenzplattform Microsoft Teams vorerst an Schulen weiter benutzt werden. Das Bildungsministerium hat einen Bericht der Mainzer Allgemeinen Zeitung bestätigt.

Bis Sommer 2022 dürfen Schüler und Lehrer die Plattform des US-Unternehmens Microsoft weiter benutzen, bestätigt das rheinland-pfälzische Bildungsministerium. Darauf hätten sich das Bildungsministerium und der Landesdatenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann im Grundsatz verständigt.

Eigentlich sollten die Schulen nach Ende dieses Schuljahres Teams für den Distanzunterricht nicht mehr verwenden dürfen. Nun lenkte der Landesdatenschutzbeauftragte Kugelmann ein. Das Bildungsministerium teilte mit, man habe es Schülern und Lehrern ersparen wollen, sich mitten in der Corona-Pandemie in ein neues Videosystem eingewöhnen zu müssen. Kugelmann habe schließlich dem Kompromiss zugestimmt, die US-Software ein weiteres Schuljahr zu benutzen. Der Datenschutzbeauftragte sehe den Einsatz von Microsoft Teams aber weiter kritisch. Kugelmann warnt seit Wochen, Schülerdaten könnten auf Servern in den USA gespeichert und irgendwann möglicherweise den Schülerinnen und Schülern zum Nachteil werden.

Die rheinland-pfälzische Landesschülervertretung hatte sich dagegen gewehrt, dass Microsoft Teams ab diesem Sommer verboten werden sollte, offenbar erfolgreich. Ihrer Meinung nach ist Teams eine Lernplattform, die funktioniert. Anders als die Lernplattform des Landes, Moodle, mit der es öfter Probleme gebe. Das sehen auch die Eltern so.

Unser Kommentar:
In der Vergangenheit (gerade letzte Woche war hier ein Artikel der Rheinpfalz zu diesem Thema) gab es nicht nur Schülerproteste, sondern auch zahlreiche Elternvertretungen und auch Schulleiter*innen hatte die Einstellung von Teams in Schulen scharf kritisiert. Tenor: Ein einfache zu bediene Lern- und Kommunikationsplattform, die immer funktioniere und mit der es möglich war, einen guten Fernunterricht zu organisieren. Gerade unserer Schule hatte sich letztes Jahr mit viel Elan und Engagement ( Dank an Thomas Halfmann und Jochen Leonhard!) auf den Weg gemacht und nach einigem Probieren diese Kommunikations- und Lernplattform gefunden. Die Schulgemeinschaft musste mit diesem neuen digitalen Medium vertraut gemacht werden. Viele interne Fortbildungen wurden durchgeführt bis teams an unserer Schule einwandfrei lief. Unser Fernunterricht wurde dann auch von den Eltern und Schülern einhellig gelobt. Ohne diese Plattform wäre es wesentlich schwieriger geworden. Die Bedenken des Datenschutzbeauftragten sind natürlich nicht von der Hand zu weisen, dennoch sehr theoretisch, denn welcher Techniker in den USA hat schon Interesse an Französischtests? Dennoch könnte man auch dieses Datenleck – wenn der politische Wille da ist- schließen, in dem man z.B. die Schülerdaten anonymisiert. Vielleicht gibt es in diesem Zeitraum von fast 1,5 Jahren die Möglichkeit mit Microsoft nachzuverhandeln? Es wäre für sehr viele Schulen (nicht nur in Rheinland-Pfalz) von großem Vorteil.
Dennoch zeigt das Einlenken der Landesregierung, dass sie kompromissbereit ist und die Bedenken der zahlreichen Interessensverbänden in die Überlegung mit einbezieht.
Datenschutz ist sehr wichtig, dennoch sollten Gesetze und Regelungen das Leben vereinfachen, Gesetze sind für die Menschen da und nicht andersrum.

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