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RSROK in Bewegung für die gute Sache Spendenlauf zugunsten überfluteter Schulen Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat nicht nur Privatwohnungen und Fabrikgebäude zerstört, sondern auch Schulen verwüstet. Unter dem Motto „Realschulen für Realschulen“ engagiert sich die Realschule plus Rockenhausen mit einem Spendenlauf am 16. September für den Wiederaufbau. „Unsere Schulgemeinschaft ist tief betroffen und hat überlegt, wie man helfen kann“, erklärt Schulleiter Harald Scheve. „Menschliche Verluste können wir nicht ausgleichen, aber wir können ganz konkret Spendengelder generieren. Diese sollen den vier Realschulen plus im Krisengebiet zufließen, im Einzelnen der Philipp-Freiherr-von Boeselager-Realschule plus und der Erich-Kästner-Realschule plus in Bad Neuenahr- Ahrweiler, der Ahrtalrealschule plus in Altenahr und der Barbarossa-Realschule plus in Sinzig.“ Dazu suchen sich alle Schülerinnen und Schüler im Vorfeld des Laufes Sponsoren, z.B. Eltern, Bekannte, Freunde oder auch Geschäfte, die pro gelaufener Runde einen Geldbetrag spenden. Möglich ist es auch, für die Teilnahme am Lauf pauschal eine feste Summe zu geben. „Ich persönlich hoffe, dass sich auch die Rockenhausener Geschäftswelt mit einer Spende an diesem sozialen Projekt beteiligt. Der Rotary Club Rockenhausen hat mich bereits kontaktiert und wird unseren Lauf mit einer größeren Geldspende unterstützen – dies freut mich sehr!“, berichtet Harald Scheve. Der Kurs soll rund um das Schulgelände verlaufen. Bleibt zu hoffen, dass alle Läuferinnen und Läufer am 16.9. motiviert und engagiert zur Sache gehen, um viele Kilometer für die betroffenen Schulen auf die Bahn zu bringen.
Beyond the scenes: Auf ins Popel-Abenteuer! Schülerselbsttests an der RSROK – ein Erfahrungsbericht Ich habe es getan! Und das nicht alleine, nein gleich mit acht anderen. Was in Lehrerkreisen derzeit für große Aufregung sorgt, habe ich nun zum ersten Mal erlebt: die Durchführung des Corona-Selbsttests, den Schülerinnen und Schüler seit dieser Woche zum Start ihres Schultages absolvieren sollen. Die vorbereitende Dienstbesprechung bringt für mich eine Menge Nervosität und offene Fragen mit sich. Bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war mir, dass die Kinder sich zugunsten eines möglichst sicheren Testergebnisses vor Durchführung der Tests die Nase schnäuzen sollen – am besten mehrfach, natürlich ohne Maske, am offenen Fenster, aber mit mir im Klassenraum. Mir schwirren Diagramme durch den Kopf, die veranschaulichen, wie viel Aerosol bei welchen Tätigkeiten ausgestoßen wird. Husten und Nase schnäuzen habe ich da ziemlich weit oben abgespeichert. Die Information löst also keine positive Grundstimmung in mir aus. Dazu kommen organisatorische Tücken. Schnäuzen, Hände waschen, Test-Kit auspacken, Müll hierhin, Streifen dahin, Teststäbchen auspacken – nicht das falsche Ende anfassen! -, Abstrich nehmen, Teststäbchen festhalten, gleichzeitig das Fläschchen mit der Pufferlösung öffnen (motorisch hoch anspruchsvoll), den Tupfer in der Pufferlösung ausdrücken, Teststäbchen entsorgen, Lösung auf die richtige Stelle des Teststreifens aufbringen (nicht zu viel, nicht zu wenig drücken) – und warten, bis hoffentlich die richtige Anzahl Streifen (einer!) angezeigt wird. Meine Premiere in Sachen Selbsttest vollziehe ich im Vorhinein im stillen Kämmerlein. Und stelle fest: Stimmt, es gibt einiges zu beachten – aber ehrlich gesagt ist die Durchführung mit ein bisschen Konzentration auch kein Hexenwerk. Meine Hoffnung steigt, dass ich meine Schüler bei ihrem ersten Selbsttest im Klassenraum gut begleiten kann. Montagmorgen, erste Stunde in meiner sechsten Klasse: Alle Testkandidaten sind angetreten, in der Klasse – aktuell aufgrund des Wechselunterrichts nur in halber Stärke anwesend – herrscht eine Mischung aus aufgeregter Nervosität und angespanntem Gekicher. Bevor es ans Abstreichen geht, möchte ich zunächst von den Kindern erfahren, welche Erfahrungen mit Corona-(Selbst-)Tests sie bereits gesammelt haben – und merke schnell, dass es meinen Schülern ähnlich geht wie mir selbst: Nur wenige haben Vorerfahrungen mit einem Test an einer offiziellen Prüfstelle und noch weniger mit Selbsttests zu Hause gesammelt. Also zeige ich erstmal die Testutensilien, erkläre Ablauf und Gebrauch und thematisiere auch die Frage: Was ist, wenn einer der Tests tatsächlich anschlägt? Wie gehen wir als Klassengemeinschaft damit um – und was darf auf keinen Fall passieren? Welche weiteren Schritte sind bei einem positiven Testergebnis nötig? Nach rund 20 Minuten sind die wichtigsten Fragen besprochen und ich habe das Gefühl, wir sind genügend gut gerüstet. Also auf ins Popel-Abenteuer! Die Organisation der verschiedenen Utensilien auf dem Tisch gelingt mal besser, mal schlechter. Kopf in den Nacken legen und 15 Sekunden Stäbchen in der Nase hin- und herbewegen. Die Gesichter verzerren sich, aber keiner lässt sich hängen. Geschafft, der schlimmste Teil liegt hinter uns. Das Öffnen der Pufferlösung mit dem zwischen die Finger geklemmten Stäbchen gerät zum Drahtseilakt. „Dafür muss es doch eine praktikablere Lösung geben!“, schießt es mir durch den Kopf. Aber auch dieses Hindernis überwinden alle Kandidaten. Teststreifen werden beträufelt und sämtliche bisher genutzten Utensilien verschwinden im Müllbeutel, der zügig gefüllt ist. So viel Material, und das jeden Tag wieder. Doch Gedanken an Nachhaltigkeit sind hier definitiv fehl am Platz. Geschafft! Meine Schülerinnen und Schüler lehnen sich entspannt zurück und auch ich atme auf. Kein Teststreifen hat angeschlagen, die Premiere war ein voller Erfolg – der Schultag kann kommen. Life-Hack: Pufferlösung-Halterung Nach meiner Klassen-Testpremiere unterhalte ich mich mit Kollegen über die Schwierigkeit, das Teststäbchen sinnvoll zu parken, während die Pufferlösung geöffnet werden muss. Dieser Vorgang erfordert eigentlich zwei freie Hände. In Test-Kits, wie sie im Supermarkt oder der Apotheke erhältlich sind, werden häufig kleine Halterungen mitgeliefert. Diese fehlen in den Schulsets jedoch. Ein unkonventioneller Lösungsvorschlag aus dem Kollegenkreis: Wäscheklammern! Diese ans Ende des Lösungsröhrchen geklammert sorgen für einen sicheren Stand auf dem Tisch. So kann das Röhrchen in Ruhe geöffnet und sicher abgestellt warten, bis der Abstrich durchgeführt ist und das Teststäbchen in der Lösung ausgedrückt wird. Anschließend auf einem Küchentuch versammelt können die genutzten Klammern mit Desinfektionsspray eingenebelt und bei der nächsten „Runde“ wieder eingesetzt werden.
Ein Rockenhausener Urgestein feiert Jubiläum Lehrerin Anette Moosmann seit 25 Jahren an der RSRok „Wir feiern heute ein Urgestein der Realschule plus Rockenhausen“, formuliert es Harald Scheve bei der Übergabe der Ehrenurkunde. „Eigentlich ist unsere Schule ohne Sie gar nicht denkbar.“ Seit 25 Jahren wirkt Anette Moosmann, Lehrerin für Deutsch und Französisch, an der RSRok. Eine andere Schule? Kam für sie nie in Frage! „Ich bin einfach ziemlich standorttreu“, meint sie dazu lächelnd. Nach dem Referendariat in Kusel hat sie sich an der RSRok auf eine Stelle beworben. „Ich wurde genommen und habe mich hier einfach immer unheimlich wohl gefühlt. Die Schule ist nicht so groß, ich konnte immer schon gut mit den Kollegen hier.“ Regelmäßig hat die begeisterte Cellistin in der Vergangenheit Feierlichkeiten der Schule musikalisch umrahmt, egal ob Verabschiedungen, Jubiläen oder Weihnachtsfeiern. In den vergangenen Jahren hat sie sich neben ihren Fächern im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ weiter qualifiziert und kämpft dort mit viel Herzblut für „ihre“ Kinder. In kleinen Schritten bringt die Mutter eines Sohnes Schülern aus Syrien, Afghanistan, Pakistan Rumänien und Italien mit großem Ideenreichtum und Einsatz die deutsche Sprache näher und bereitet sie auf eine Teilnahme am regulären Fachunterricht vor. Bilderbücher, Legespiele, Domino, Puzzle, Arbeitsblätter, Apps und viele, viele Bilder – Anette Moosmann kann für ihre Arbeit nahezu alles brauchen. Und so ist sie die einzige Lehrkraft der Schule, die über einen eigenen Saal verfügt, um all das gesammelte Material angemessen unterzubringen. „Das ist wirklich super!“, freut sie sich. Und auch die Schülerinnen und Schüler freuen sich, wenn sie in Frau Moosmanns Saal dürfen – „das ist der schönste, in der ganzen Schule!“ lautet die einhellige Meinung. Gibt es Wünsche für die Zukunft? Da fällt Anette Moosmann spontan ein: „An der Realschule plus Rockenhausen bleiben dürfen bis zur Rente!“ Dazu alles Gute!
Erfolgreiches Online-Angebot freut Eltern und Schüler „Mein Kind muss in die Online-Schule!“ Eine Aussage, häufig verbunden mit einem tiefen Stoßseufzer, verbinden sich mit dem Unterricht von zu Hause aus doch bei sehr vielen große Probleme. Systeme brechen zusammen, Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule gestaltet sich problematisch, die Abgabe von Aufgaben sorgt für Knatsch in Familien, die ihren Feierabend mit dem mühevollen Hochladen von Fotos und sonstigen Dateien verbringen müssen. Auch die Realschule plus Rockenhausen befindet sich im Fernunterricht. Doch hier läuft vieles anders. „Unsere Schule hat sich monatelang Gedanken gemacht, wie ein effektiver Fernunterricht aussehen kann“, erläutert Harald Scheve, Schulleiter der RSROK. Bereits im letzten Schuljahr hatte sich die Realschule als Software-Lösung für Teams von Microsoft entschieden. Scheve meint: „Dies war eine gute Entscheidung. Unsere Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte können das Programm einfach bedienen und es funktioniert ohne Störungen.“ Ein Problem, das im ersten Lockdown der Schule zurückgemeldet wurde, war, dass für viele Schüler der normale Tagesablauf völlig verloren ging. „Dies hatte negative Auswirkungen auf das Lern- und Arbeitsverhalten der Kinder. Daher war uns wichtig, dass wir durch einen festen Online-Stundenplan die Rahmenbedingungen für einen stabilen Tagesrhythmus schaffen und einen annähernd ‚normalen‘ Schultag von 8 bis 13 Uhr gestalten. Dies bietet den Kindern Struktur und Halt“, berichtet Schulleiter Scheve. Aus den Erfahrungen des ersten Lockdowns heraus war jedoch auch klar: Videounterricht ist nicht gleich Präsenzunterricht. Sechs Stunden durchgehender Unterricht, wie im Präsenzstundenplan vorgesehen, wären weder für Lernende noch für Unterrichtende sinnvoll, „ganz im Gegenteil, das wäre psychologisches und pädagogisches Harakiri!“, bekräftigt Scheve. Aus diesem Grund gibt es an der Realschule plus Rockenhausen für den Fernunterricht einen eigenen Stundenplan. Auf diesem finden sich pro Tag maximal vier, in den den höheren Klassen fünf Fachstunden mit einer Länge von 30 Minuten. Jeder Tag startet mit einer Klassenleiterstunde, um anstehende Probleme und Fragen zu klären und Anwesenheiten zu kontrollieren. Zwischen den Stunden gibt es einen Puffer von 15 Minuten, die als persönliche Pause, zur Klärung individueller Fragen mit dem Fachlehrer per Chat oder als Arbeitsphase genutzt werden können, um schriftliche Arbeitsaufträge zu bearbeiten. „So endet ein Fernunterrichtsschultag spätestens um 12:45 Uhr. Die Stundentafel und die Dauer einer Unterrichtsstunde wurden gekürzt, sodass es nicht zu einer Überlastung der Schülerinnen und Schüler kommen sollte. Es gibt einige Fächer, für die wir den Video-Unterricht nicht als sinnvoll sehen. Im WPF-Bereich der Klassen 6 und 7, in Religion, BK und Sport findet kein Video-Unterricht statt. Hier werden stattdessen Aufgaben über die Lernplattform gestellt, die zu erledigen sind. Der Umfang ist dabei maximal auf 20 Minuten pro Woche geplant. Für Rückfragen zu diesen Arbeitsaufträgen steht der Fachlehrer über Teams zur Verfügung“, erläutert Harald Scheve das Herangehen. Besonders stolz ist die Schulleitung auf eine Erfolgsmeldung der letzten Woche: „Wir konnten in den letzten Tagen alle Schülerinnen und Schüler mit iPads ausstatten, denn die Lieferung der Kreisverwaltung kam noch gerade rechtzeitig zum erneuten Lockdown. Schülerinnen und Schüler, die zu Hause keine Internetverbindung haben, können bei uns in der Schule in der Notbetreuung mitarbeiten.“ Nach den ersten Unterrichtstagen gemäß dem neuen Online-Stundenplan gab es eine Umfrage unter Eltern, Schülern und Lehrkräften. Wie wird die neue Struktur aufgenommen, wo bestehen noch Probleme, was läuft gut oder sollte verbessert werden? „Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit den Rückmeldungen. Wir haben viel Positives berichtet bekommen“, kann Thomas Halfmann, Konrektor der RSROK, zusammenfassend feststellen. „Es sind teilweise mehr Schülerinnen und Schüler im Online-Unterricht präsent als im normalen Präsenzunterricht. Auch unser Schulelternbeirat hat insbesondere die Organisation des Unterrichts gelobt.“ Das Fazit von Schulleiter Scheve: „Natürlich wünschen wir uns wie alle baldige Normalität, denn ein Fernunterricht – auch wenn er so gut läuft wie bei uns – ist kein Ersatz für den direkten Schüler-Lehrer-Kontakt! Doch bleibt festzustellen, dass die Realschule plus Rockenhausen in der aktuellen Situation bestmöglich aufgestellt ist.“
Von schleimigen Geistern und sprechenden Bäumen Vorleseworkshop der sechsten Klassen Geister kann man mit Salzwasser jagen und Bäume erfinden gerne Fantasieworte. Glaubt ihr nicht? Die Schülerinnen und Schüler, die beim Vorlesewettbewerb der sechsten Jahrgangsstufe mit dabei waren, können euch dies bestätigten. Denn sie wurden von den beiden Klassensiegern, Elena Willrich aus der 6a und Lukas Ruiz-Vielhaber aus der 6b, umfassend darüber informiert. Kurz bevor die Schulgemeinschaft in die Ferien aufbrach, lieferten sich Elena und Lukas ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Sie stellten mit Hilfe ihrer selbst angefertigten Plakate Autor und Inhalt ihres ausgewählten Buches vor und lieferten ihren Klassenkameraden anschließend einen kleinen Ausschnitt aus ihrem Buch. Elena berichtet dabei von einem geheimen Kontinent, der unter anderem bevölkert wird von den oben erwähnten fantasievollen, mit Sprache spielenden Bäumen. Diesen Kontinent kann man nur durch eine verzauberte Tür betreten – die sich auch auf Elenas Plakat wiederentdecken ließ. Lukas wusste von Cornelia Funkes Geisterjägern und deren ungewöhnlichen Methoden der Gespensterjagd zu berichten. Sehr beeindruckend trug er die von ihm ausgewählte Stelle vor, indem er den unterschiedlichen Figuren sehr überzeugend eine ganz eigene Stimme verlieh. Im Finale lasen die beiden Klassensieger noch einen unbekannten Text vor, wobei sich beide sehr gut schlugen, sodass anschließend die Frage danach, wer denn jetzt wohl der bessere Leser sei, nur sehr schwer zu beantworten war. Mit ihrem souverän frei vorgetragenen Vorstellungsteil hatte Elena die Nase einige Millimeter vor Lukas, sodass sie als diesjährige Schulsiegerin im Vorlese-Wettbewerb in die Ferien gehen durfte. Wir gratulieren herzlich!
Sehr geehrte Damen und Herren, im Namen der Realschule plus Rockenhausen setzen wir – Schulleiter Harald Scheve und die DaF-Lehrerin (Deutsch als Fremdsprache) Anette Moosmann – uns dafür ein, dass die Ausweisungsbescheide für die beiden Schwestern Ilyana und Leen Abdulhadi, momentan wohnhaft in Winnweiler, nicht vollzogen werden. Seit zwei Jahren sind die Schwestern an unserer Schule. Jetzt sollen sie zusammen mit ihrer Mutter ausgewiesen werden. Die beiden Schwestern zeigten sich ab dem ersten Schultag hochmotiviert, sich zu integrieren. Dabei lernten sie schnell und mit viel Fleiß die deutsche Sprache. Sie zählen beide in vielen Fächern zu den Besten ihrer Klasse. Zudem engagieren sie sich auch außerhalb des Unterrichtes sehr stark bei schulischen Veranstaltungen, zum Beispiel bei Krippenspielen oder in der Sozial-AG. Ilyana und Leen haben sich in kürzester Zeit sowohl in die Schulgemeinschaft als auch in ihrer Wohngemeinde hervorragend integriert. Das zeigt sich unter anderem an einem großen Freundeskreis, den beide Schwestern inzwischen haben. Zur Geschichte der Abdulhadi: Die Familie lebte bis 2013 in Damaskus/Syrien. Es sind eigentlich Palästinenser, die Ende der vierziger Jahre (die Vorfahren) ihre Heimat/Israel verlassen haben und seitdem in Syrien lebten. Es ist eigentlich eine Familie ohne Staatsangehörigkeit! In Syrien haben Leen und Ilyana Abdulhadi erlebt, nachdem sie gerade aus der Schule gegangen waren, wie die Schule durch Bomben in Schutt und Asche gelegt wurde. Neben dieser Bombardierung hat die Familie noch zahlreiche andere miterleben müssen. Die Kinder haben Erschießungen und Tote gesehen. Die Familie hat im Jahre 2013 keine andere Möglichkeit gesehen, Damaskus zu verlassen… in Richtung Vereinigte Arabische Emirate. Hier lebten sie unter erbärmliche Bedingung – in Illegalität – die Kinder wurden von den Eltern beschult. Beide Mädchen haben per Internet Englisch gelernt. Im Jahre 2014 ist der Vater über die Türkei nach Deutschland geflohen und hat dort Asyl beantragt. Meines Wissens wurde dies nach 3 Jahren bewilligt, sodass der Vater lebenslanges Aufenthaltsrecht besitzt. Im Jahre 2017 hat der Vater seine Familie nach Deutschland nachgeholt. Das Ehepaar ist offiziell immer noch verheiratet, der Vater lebt aber seit über 2 Jahren getrennt von seiner Familie. Die Mutter besitzt das alleinige Sorgerecht. Da die Familie getrennt lebe, würde der alleinige Grund für den Aufenthalt in Deutschland entfallen. (Schreiben der Kreisverwaltung vom 17.11.2020). Die Mutter und die beiden Töchter haben am 9.10.2020 eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung beantragt. Die Bearbeitung konnte jedoch aufgrund der aktuellen Situation (Corona) nicht bearbeitet werden! Falls eine Abschiebung vollzogen wird, kommt diese Familien wieder zurück nach Syrien. Die Mutter und beiden Töchter wären in einem der gefährlichsten Länder der Welt, wo man jeden Tag und jede Nacht um sein Leben fürchten muss. Bombenanschläge, Schusswechsel, Folter und Verhaftungen sind hier an der Tagesordnung. Nicht ohne Grund erleben wir in Europa seit Jahren eine Flüchtlingswelle- gerade aus Syrien- den Menschen geht es vor allen Dingen darum, ihr Leben zu retten. Das Land Rheinland-Pfalz will nun, diese Familienmitglieder in ein solches Land abschieben.Wir fragen uns, ob die Familie diese in Betracht gezogene Ausweisung überhaupt überleben wird. Falls der deutsche Staat auf das „Recht“ pocht, muss man sich darüber klar sein, dass man die Familie in den Tod schickt. Ob sie dann im Lager – unter miserablen hygienischen Zuständen mit hoher Infektionsrate – oder durch Bomben oder Gräueltaten umkommen, ist dann eigentlich sekundär. Iliyana und Leen haben seit ihrer Flucht aus Palästina zum ersten Mal so etwas wie eine Heimat gefunden – und zwar hier in Deutschland, in Winnweiler und Rockenhausen. Beide sind fester Bestandteil der Schulgemeinschaft und sind ebenso (s.o.) sozial engagiert. Ich habe bisher wenige Schülerinnen gehabt, die so engagiert, so lernwillig und freundlich waren wie diese beiden Schülerinnen. An der Schule wird Integration gelebt und nicht nur gepredigt. Gerade auch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer hat diese ideale Integration erst ermöglicht. Es gibt in Deutschland Parallelgesellschaften und Menschen, die sich auch nach 20 Jahren in Deutschland nicht integrieren und angepasst haben. Beide Schwestern sind ein Vorbild für alle gelungenen Integrationen Für beide wäre es eine seelische und physische Katastrophe, Deutschland verlassen zu müssen. Sie haben vor einigen Jahren ihr Land und Kultur verlassen, mussten hier wieder Wurzeln schlagen und können jetzt nicht in Deutschland bleiben, weil die Eltern sich getrennt haben. Ich denke, dass allein ein gesunder christlicher, islamischer oder jüdischer Menschenverstand, der die Basis in einer Humanität anerkennt, hier aufschreien muss. Wir setzten uns daher mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel ein, dass die Familie in Deutschland bleiben darf. Wie bitten Sie, sehr geehrte Damen und Herren, dringlichst, die Ausweisungsbescheide zurückzunehmen und damit den beiden jungen Schülerinnen ihre Lebensperspektive hier in Deutschland zu ermöglichen. Ein „Rückführung“ wäre eine Katastrophe. Vielleicht kann man noch mal den Bescheid unter humanitären Gesichtspunkten betrachten- auch formal (siehe oben ) ist nicht alles „glatt“ gelaufen – und zu einer Neubewertung dieses speziellen Falles kommen Für Rückfragen oder weitergehende Auskünfte stehe ich jederzeit zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen
SCHULLEITER SCHALTET SICH EIN Palästinensischen Mädchen und ihrer Mutter aus Winnweiler droht Abschiebung Ilyana, Leen und ihre Mutter sind seit 2017 in Winnweiler im Donnersbergkreis. Hierher sind die Mädchen und ihre Mutter nach vielen Jahren auf der Flucht gekommen. Doch nun sollten die drei abgeschoben werden. Ein Schock – nicht nur für die bestens integrierte Familie. Die Nachricht, dass sie abgeschoben werden sollten, kam ganz plötzlich. Mitte November erreichte Leen, Ilyana und ihre Mutter ein Brief vom Amt, dass sie Deutschland verlassen müssten. Hintergrund ist, dass der Vater zunächst alleine nach Deutschland geflüchtet war. Dann – 2017 – hatte er seine Frau und die Töchter nachgeholt. Vor zwei Jahren hat er sich allerdings von der Familie getrennt. Obwohl er mit seiner Frau noch verheiratet ist, dürfen die beiden Mädchen und ihre Mutter rein rechtlich nicht bleiben. Angst vor Syrien Wohin genau sie abgeschoben werden sollen – das war nicht klar, denn als Palästinenser ist die Familie staatenlos. Ihr Haus in Syrien ist von Bomben zerstört. Die Angst, dorthin zurückzumüssen, ist groß, erzählen Leen und Ilyana. „Ich will nicht sterben“, sagt die 16-jährige Leen. Seit drei Jahren sei sie nun in Deutschland. „Ich will einfach weiter hier leben. Denn hier in Deutschland gibt es keinen Krieg und man kann einfach friedlich leben.“ Als die Nachricht von der Abschiebung gekommen sei, sei das richtig schrecklich gewesen, fügt die 14-jährige Ilyana hinzu. Auch sie möchte natürlich in Deutschland bleiben, „weil hier ist mein Land und meine Freunde sind da, meine Schule ist da. In Syrien sterben wir und fertig. Aber hier gibt’s eine Zukunft.“ Leen und Ilyana Abdulhadi haben schon viel Schlimmes erlebt: Das Haus der Familie in Syrien wurde von Bomben zerstört. Die Schule der beiden Mädchen wurde ebenfalls von einer Bombe getroffen, kurz nachdem ihre Mutter sie dort abgeholt hatte. Illegalität und Flucht In ihrer Not flüchtetet die Familie in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort hielt sie sich allerdings illegal auf. Daher konnten die Mädchen nicht in die Schule gehen. Stattdessen wurden sie von ihrer Mutter, einer Lehrerin, unterrichtet. Seit 2017 ist Familie Abdulhadi nun in Deutschland, in Winnweiler im Donnersbergkreis. Die 16-jährige Leen erzählt, sie habe hier ein Jahr gebraucht, um Deutsch zu lernen. „Ich muss gut lernen“, sagt sie. „Damit die Leute hier nicht denken, ich könnte hier in Deutschland nichts werden. Ich muss zeigen, ich kann was machen, obwohl ich die Sprache nicht so gut kann.“ Beide Mädchen gehen auf die Realschule Plus in Rockenhausen. Dort gehören sie in allen Fächern zu den Klassenbesten, sagt ihr Schulleiter Harald Scheve. Er selbst unterrichtet die beiden in Erdkunde und erzählt, dass Leen und Ilyana ehrgeizig seien und im Unterricht oft freiwillig mehr machten als gefordert ist. „Die Familie ist bestens integriert“, sagt Scheve. „Die Mädchen haben Freunde, sind freundlich, gut in der Schule und sozial engagiert.“ Hilfe vom Schulleiter Als Schulleiter Harald Scheve von der drohenden Abschiebung erfahren hat, war er zunächst fassungslos, erzählt er. Daraufhin habe er die Familie zuhause besucht und sich deren Geschichte erzählen lassen. Dann war ihm klar: er muss helfen. Gerade in der jetzigen Zeit sei es wichtig, zu sagen „Hallo – Humanität existiert noch. Und wir reden nicht nur drüber, sondern wir machen was.“ Und Schulleiter Scheve hat etwas gemacht. Er hat sich an den Landrat des Donnersbergkreises, Rainer Guth (parteilos), und die Kreisverwaltung gewendet, hat Briefe geschrieben und Referenzen für die Familie beigelegt. Etwa die guten Schulzeugnisse von Ilyana und Leen, und auch eine Bescheinigung, dass die Mutter eine Fortbildung macht. Außerdem hat er gemeinsam mit den Dreien einen Asylantrag ausgefüllt. Für Scheve ist es ein Unding, dass die Umstände der Familie Abdulhadi nicht genauer betrachtet worden seien. Denn die Familie sei ein positives Beispiel für Integration, sagt Scheve. „Wenn man die dann auch noch ausweisen würde. Leute, die keinen Staat haben, das ist überhaupt nicht nachzuvollziehen.“ Harald Scheve ist inzwischen vorsichtig optimistisch, dass Ilyana, Leen und ihre Mutter in Winnweiler bleiben dürfen. Einen Bescheid oder irgendetwas Offizielles gibt es allerdings noch nicht. Der größte Wunsch der Mädchen In Deutschland bleiben und endlich Wurzeln schlagen – das ist der größte Wunsch von Leen und Ilyana. Denn beide haben große Pläne für ihre Zukunft: Rechtsanwältin ist der Berufswunsch von Leen. „Nicht wegen des Geldes, sondern um Menschen zu helfen, die in einer ähnlichen Lage sind wie wir“, sagt die 16-jährige. Ihre Schwester Ilyana möchte Ärztin werden. Ihrem Schulleiter Harald Scheve sind die Mädchen dankbar, dass er ihnen hilft. „Das war so geil“, sagt Ilyana und lacht. „Dass es jemanden gibt, der uns hilft und dass wir wichtig sind in diesem Leben, in dieser Welt.“Sendung vom Fr, 27.11.2020 12:00 Uhr, Am Mittag, SWR4 Radio Kaiserslautern
SCHULLEITER SCHALTET SICH EIN Palästinensischen Mädchen und ihrer Mutter aus Winnweiler droht Abschiebung Ilyana, Leen und ihre Mutter sind seit 2017 in Winnweiler im Donnersbergkreis. Hierher sind die Mädchen und ihre Mutter nach vielen Jahren auf der Flucht gekommen. Doch nun sollten die drei abgeschoben werden. Ein Schock – nicht nur für die bestens integrierte Familie.
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